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Bücher: Geheimnisse der Beratung (Secrets of Consulting)

(Verschoben vom alten Blog, Original gepostet am 15.01.2007)

Zwei Bücher, die mir als IT-Freiberufler sehr viel geholfen haben und helfen sind „The Secrets Of Consulting“ und „More Secrets of Consulting“ von Gerald M. Weinberg. Die beiden Bücher hat mir Michael Mahlberg vor ca. eineinhalb Jahren empfohlen und ich bin ihm nach wie vor sehr dankbar dafür!

Der erste Teil stammt schon aus dem Jahre 1985 hat aber nichts von seiner Relevanz verloren. Weinberg schildert die Herausforderungen des Beratungsgeschäftes und sagt, wie man ihnen sinnigerweise begegnet. Anhand von Beispielen und konkreten Problem-Beschreibungen erarbeitet, erläutert und formuliert er kleine Regeln und Gesetze die gut zu merken sind (bzw. sein sollen) und Anhaltspunkte für sinniges Verhalten geben. Es gibt keine Checklisten, die man streng abarbeiten muss, es geht eher in Richtung Persönlichkeitsbildung mit einem Fokus auf das Beratungs-Geschäft.

Den zweiten Teil hat Weinberg 2002 herausgegeben. Er erweitert und ergänzt darin strukturiert die Erkenntnisse des ersten Buches und kummuliert die aus seiner Sicht nötigen Regeln auf Symbole bzw. Werkzeuge. Dadurch wird sein Ansatz nochmal griffiger und man kann sich selbst anhand der vorgegebenen oder eigener Gegenstände die Regeln anschaulich merken. Z.B. soll der „Wishing Wand“ daran erinnern, dass man seine eigenen Wünsche kennen und äußern muss, damit sie in Erfüllung gehen können.

Was man in den Büchern, wie gesagt, nicht findet, sind Arbeitsanleitungen, also nichts wie: „Gehen Sie zunächst zur Bank, dann mieten Sie sich ein Büro in der Innenstadt usw.“ Zudem sollte man den Aufwand zur Durcharbeit der Bücher nicht unterschätzen. Selbst wenn man keine Probleme mit Weinbergs Englisch hat, wird man doch zwangsläufig das Buch immer wieder senken und über das Beschriebene nachdenken und sich möglichst auch Notizen machen. Es ist keine leichte Lektüre, die man abends im Bett schmökern kann.
Jerry Weinberg verwendet in seinen Büchern eine sehr blumige Sprache, teilweise umgangssprachliche Ausdrücke oder Redewendungen und verdeutlicht seine Gedanken durch Beispiele oder Parabeln aus alle möglichen Lebensbereichen. Bisher hatte ich mit englischsprachigen IT-Fachbüchern keine Verständnis-Probleme aber dies hier sind ja auch keine IT-Fachbücher. Um jeden Satz zu verstehen, brauchte ich teilweise mehrmals pro Seite ein Dictionary – jedenfalls sagten mir so Wörter wie „oleaginous“ (= fettig) oder „arson“ (= Brandstiftung) auf Anhieb nichts.

Die beiden Bücher sind auch ins Deutsche übersetzt worden und heissen hier „Das Gesetz der Himbeermarmelade“ und „Werkzeugkasten für Berater“. Manchmal hilft es durchaus hier mal den einen oder anderen Absatz nachzulesen um eine Idee für den Sinn, z.B. einer Redewendung, zu bekommen. Insgesamt wird aber naturgemäß die Bedeutung des Textes oder die Intention des Autors bei einer Übersetzung verwischt. Ein Unterkapitel im zweiten Buch heisst z.B. „Challenges To Congruence“ und im Deutschen heißt das „Gleichgewichtsstörungen“. Der Begriff „congruence“ wird als „Gleichgewicht und Konsequenz“ übersetzt, was jedoch nur teilweise bzw. ungenau Weinbergs Idee aus dem Originaltext trifft.
Die Übersetzungen sind sicher nicht schlecht aber ich empfehle jedem, der auch sonstige englische Texte versteht, sich die Mühe zu machen und sich durch das Original zu arbeiten.

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  1. Es gibt noch keine Kommentare.
  1. 5. April 2010 um 16:50
  2. 17. März 2010 um 12:29

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